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„Mit Hilfe der LifeVest konnte ich nach Hause zu meinem Baby.“

Janine Weber, 34, bringt im August 2016 einen gesunden Jungen zur Welt. Gerade einmal vier Wochen nach der Geburt geht es der jungen Frau plötzlich sehr schlecht. Im Krankenhaus wird eine lebensgefährliche Herzschwäche festgestellt, die in seltenen Fällen am Ende einer Schwangerschaft auftreten kann. Zunächst bleibt sie in der Klinik unter Monitorüberwachung und beginnt eine Medikamententherapie. Nach einer Woche kann sie endlich nach Hause zu ihrem Mann und den Kindern. Da ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod besteht, verordnen die Ärzte bei der Entlassung eine LifeVest Defibrillatorweste zu ihrem Schutz.

Es begann ca. vier Wochen nach der Geburt meines Sohnes. Ich dachte zunächst, die Rückenschmerzen kämen von einer falschen Haltung beim Stillen. Die manuelle Therapie, die deshalb angewandt wurde, schlug nicht an. Es wurde eher schlimmer. Dazu kamen nach und nach Luftnot, Beklemmungsgefühle in der Brust und Reizhusten. Meine Hausärztin ordnete daraufhin Untersuchungen an und wies mich infolgedessen in das Krankenhaus ein.

In der Klinik wurde ich an die Monitorüberwachung angeschlossen. Die Untersuchungen ergaben, dass die Lungenembolie schon älter war. Neu festgestellt wurde eine Herzerkrankung, die sich schwangerschaftsinduzierte Kardiomyopathie (PPCM) nennt. Das ist eine lebensgefährliche Herzschwäche, die am Ende oder nach der Schwangerschaft auftritt. Die Pumpleistung meines Herzens lag nur noch bei 28%, normal wären 55 – 70%. Damit hatte ich ein erhöhtes Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden.

Es bestand aber die Hoffnung, dass sich die Herzschwäche durch die Einnahme von Medikamenten verbessern würde. Von Anfang an sagte man mir, dass es einige Monate dauern würde. Sollte die Verbesserung der Herzfunktion nicht eintreten, stand die Implantation eines Implantierbaren Cardioverter-Defibrillator im Raum. Das ist ein kleines Gerät, das im Brustbereich eingesetzt wird und permanent vor dem plötzlichen Herztod schützt.

Damit begann eine ungewisse Zeit des Hoffens und Wartens. Ich hatte mir erhofft, gleich nach Hause zu den Kindern gehen zu können. Das Baby und auch Mia (9) waren ja zu Hause. Im Krankenhaus haben sie in der einen Woche alles möglich gemacht: Es wurden ein Bettchen und einen Wickeltisch ins Zimmer gestellt, damit Willi wenigstens tagsüber bei mir sein konnte. Zwischenzeitlich machte ich mir immer wieder Sorgen: Würde ich das Leben überhaupt mit meinen beiden Kindern genießen können?

Nach einer Woche durfte ich endlich nach Hause. Allerdings: Ohne Schutz hätten Sie mich nicht gehen lassen. Deshalb erhielt ich bei Entlassung die LifeVest Defibrillatorweste, um mich zu Hause vor dem plötzlichen Herztod zu schützen. Ich bin sehr dankbar, dass es diese Möglichkeit für mich gab. Wer weiß, wie lange ich sonst im Krankenhaus am Monitor hätte bleiben müssen?

Wieder zu Hause, sollte ich mich schonen und Anstrengung vermeiden. Das ist natürlich nicht so einfach, wenn man sich um ein kleines Kind kümmern muss. Mein Mann war eine großartige Hilfe. Der Gedanke an meinen Familie und die Freunde haben mich in der Zeit vorwärts gebracht. Ich habe mir vorgestellt, wie ich wieder für die Kinder da sein kann und wie wir als Familie Zeit miteinander verbringen. Das war mein Antrieb.

Nach drei Monaten hatte sich die Pumpleistung meines Herzens tatsächlich so weit verbessert, dass ich die Defibrillatorweste abgeben konnte. Es war keine ICD-Implantation nötig.

Heute weiß ich die Tage zu schätzen. Ich genieße anders. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ich bin lange Zeit nicht bewusst mit meinem Körper umgegangen und habe Einschränkungen hingenommen. Wenn man jung ist, interessiert einen das nicht. Und plötzlich ist man todsterbenskrank. Jetzt achte ich mehr auf meinen Körper, höre in mich hinein und versuche die Zeichen zu erkennen.

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